Zwangsgeschenke der Telekommunikationsanbieter – Besser rechtzeitig kündigen

Sparschwein

Irna D. (Name von der Redaktion geändert) ärgerte sich. Sie hatte bei dem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland einen günstigen Vertrag über ein Internet- und Telefonpaket abgeschlossen. Doch im vierten Nutzungsmonat fand sich plötzlich eine neue Position auf ihrer monatlichen Rechnung, 3,98 € für ein Sicherheitspaket. Dann erinnerte sie sich. Bei dem Sicherheitspaket handelte es sich um Software-Sammlung, die sie eigentlich nicht benötigte, die aber in den ersten drei Monaten kostenlos genutzt werden konnte. Sie hätte sie gar nicht erst bestellt, wenn sie die Option während des Bestellvorgangs hätte abwählen können. Doch das war nicht möglich. Sie musste das „Geschenk„ zwangsweise mitbestellen. So wie Kabel Deutschland bieten auch andere Telekommunikationsunternehmen Tarifoptionen kostenlos zu einem Vertrag an. Frau D. hatte Glück, die Option Sicherheitspaket ist monatlich kündbar und kann deshalb innerhalb von vier Wochen abgewählt werden. Bei manchen Anbietern sind die Kunden länger an die kostenpflichtigen Optionen gebunden, wenn sie vergessen, sie rechtzeitig nach der kostenlosen Probezeit zu kündigen.

Verbraucherzentrale führt einige Anbieter auf

Die Verbraucherzentrale NRW hat in den Verträgen von Telekommunikationsanbietern zahlreiche solcher „Zwangsgeschenke„ entdeckte. Bei dem Kabelnetzbetreiber Unitymedia gibt es das Paket „DigitalTV Basic“, das aus 17 zusätzlichen Fernsehkanälen besteht, in den ersten drei Monaten kostenlos dazu. Ein Abwählen während des Bestellprozesses ist nicht möglich. Wird es nicht innerhalb dieser Zeit gekündigt, verlängert es sich um ein Jahr für monatlich 7,- €. Ein ähnliches „Geschenk„ macht Primacom. Das Senderpaket „Family„ verlängert sich nach dem ersten kostenlosen Monat um 22 Monate für monatlich 15,- €. Auch mancher Mobilfunkanbieter hofft darauf, dass Kunden die Kündigung der zunächst kostenlosen Tarifoptionen vergessen.

Neben den Kabelnetz– und Internetanbietern Unitymedia, Kabel Deutschland, Telecolumbus, Primacom und Alice (jetzt o2), fielen den Verbraucherschützern auch die Mobilfunkanbieter Talkline, Eteleon und Getmobile wegen der Zwangsoptionen auf. Den Kunden raten sie, diese Optionen sofort nach Vertragsabschluss zu kündigen. Die Probeabos können nämlich mitunter sehr teuer werden, wenn sie nicht rechtzeitig gekündigt oder dauerhaft übersehen wurden.

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