Studie – 1,5 Mio. schnelle Internetanschlüsse ungenutzt vorhanden

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58 Milliarden Euro setzen Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen mit ihren Produkten in Deutschland um. Das geht aus Schätzungen einer Studie des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hervor. 57 Prozent dieses Umsatzes erzielen die Unternehmen im Festnetz. Marktführer ist weiter die Telekom, die im Festnetz 60 Prozent Marktanteil hat, beim Mobilfunk ein Drittel.

Mehr schnelle Glasfaserleitungen – Ausbau weiter erforderlich

Eine andere zu diskutierende Zahl der Studie lässt aufhorchen. Denn nach Angaben des VATM sind inzwischen 2,1 Millionen Haushalte mit schnellen Glasfaserkabelanschlüssen versorgt. Das sind rund 350.000 mehr als im Vorjahr. Allerdings nutzen nur 510.000 Haushalte diese Anschlüsse für ihren Internetzugang. Hier verschenken Nutzer erhebliches Potenzial bei der Datenübertragung. Ein Grund ist der deutliche Ausbau von schnellen DSL-Anschlüssen im Festnetz. Inzwischen gibt es rund 30 Millionen DSL-Anbindungen, von denen aber die meisten weniger Bandbreite als die Glasfaserkabel bieten.

Ein Umstieg könnte sich für viele lohnen, denn der Datenverkehr im Festnetz stiegt letztes Jahr um 24 Prozent auf 11,5 Milliarden Gigybyte. Ursache des rasanten Anstiegs sind vorrangig Streamingdienste und IP-TV. Der Verband sieht nicht nur deshalb weiter die Notwendigkeit, Glasfaserkabelnetze auszubauen. Zum geplanten Förderprogramm der Bundesregierung erklärt der VATM-Präsident Martin Witt: „Das geplante Förderprogramm muss aber den Kommunen die Freiheit geben, sich für einen nachhaltigeren Glasfaserausbau zu entscheiden, auch wenn er dadurch länger als bis 2018 dauert. Wir müssen bereits heute mehr als bisher damit beginnen, in Gigabit-Netze zu investieren. […] Hätten wir bei PCs in Deutschland genauso gedacht, würden wir heute noch mit 286ern arbeiten.„

SMS stirbt einen schleichenden Tod

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist der schleichende Niedergang der SMS. Dieses Kommunikationsmittel wird immer mehr von Messengerdiensten wie WhatsApp ersetzt, sodass die Zahl der verschickten SMS um über 35 Prozent auf nur noch knapp 40 Millionen Kurznachrichten pro Tag einbricht. Das Datenvolumen im Mobilfunknetz stieg dagegen um 29 Prozent auf 510 Millionen Gigabyte. Jede SIM-Karten mit Datentarif verursacht damit durchschnittlich 377 MB Datentransfer pro Monat. Der Wert steigt seit mehreren Jahren deutlich an und zeigt, wie wichtig Bandbreite auch im Mobilfunknetz ist.

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