Fake Pop-Up-Fenster – BNetzA schaltet Rufnummern konsequent ab

Fake Pop-Up-Fenster – BNetzA schaltet Rufnummern konsequent ab

Die Bundesnetzagentur warnt vor falschen Pop-Up-Fenster-Fehlermeldungen, in denen vermeintliche Hilfe per Telefonnummer angeboten wird. Seit Januar hat die BNetzA 24 entsprechende Rufnummern abgeschaltet und bereits weitere Abschaltungen angeordnet.

Was steckt hinter der Masche?

Für Gewöhnlich werden sogenannte Pop-Ups von Websites generiert, um den Besuchern zusätzliche Unterstützung oder Informationen zu bieten. Die Fake Pop-Ups täuschen den Betroffenen Viren- oder Softwareprobleme vor. Die Folge solcher betrügerischen Einblendungen, die oft von einem akustischen Signal begleitet werden, sind häufig, dass sich die Anwendungen auf dem PC nicht mehr schließen lassen. Dem Betroffenen wird eine Telefonnummer eingeblendet, bei der er vermeintlich Hilfe zu dem Viren- oder Softwareproblem erhält.

„Verbraucherinnen und Verbraucher sollten keinesfalls Nummern anrufen, wenn sie in einem Pop-up-Fenster hierzu aufgefordert werden“, so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Denn in Wirklichkeit liegt kein technisches Problem vor. Es handelt sich lediglich um das Vortäuschen eines Fehlers, um den Verbraucher zu einer Zahlung für überflüssige Supportdienstleistungen zu bewegen. Durch die betrügerischen Supportverträge sind nach Angaben der BNetzA bereits Kosten in Höhe von 1 000 Euro entstanden.

Welches Ziel verfolgen die Betrüger?

Wird die eingeblendete Rufnummer tatsächlich angerufen, ist am anderen Ende der Leitung eine Person, die sich für einen Mitarbeiter eines technischen Support-Unternehmens wie beispielsweise Microsoft ausgibt. Im Verlauf des Telefongesprächs wird nun versucht, den Angerufenen dazu zu bewegen, eine Zugriffserlaubnis auf den Computer zu erteilen. Dem Betroffenen wird suggeriert, dass hierdurch eine Behebung des Problems vorgenommen werden kann. Der Verbraucher soll demnach zu einem teuren Reparaturauftrag gedrängt werden, der in Wahrheit das Ziel hat, persönliche Daten auszuspähen.

BNetzA: Auch Ortsnetz- und Mobilfunknummern werden verwendet

Legt der Angerufene auf, wird er in vielen Fällen zu einem späteren Zeitpunkt von ausländischen Rufnummern zurückgerufen. Doch laut Bundesnetzagentur werden für die Betrugsmasche mittlerweile nicht nur kostenfreie 0800er Nummern, sondern auch Ortsnetz-, Mobilfunk- oder nationale Teilnehmerrufnummern genutzt. Indem die Hemmschwelle für die Annahme des betrügerischen Anrufs so niedrig wie möglich gehalten wird, soll das Vertrauen der Betroffenen erschlichen werden. Die BNetzA berichtet zudem davon, dass in aktuellen Fällen zunächst niemand erreichbar war, wenn der Verbraucher die Nummer zurückruft. Später erfolgt ein Rückruf mit einer aufgesetzten oder ausländischen Rufnummer – zuletzt handelte es sich um kalifornische Telefonnummern, die einer Handynummer ähnlich sind.

Wie können sich Verbraucher schützen?

Generell gilt es, dass keine Rufnummern aus Pop-Up-Fenstern angerufen werden sollten. Um das Pop-Up-Fenster zu schließen kann der Task-Manager über die Tastenkombination Strg-Alt-Entf aufgerufen werden. Nun sollte unter „Apps“ der verwendete Browser markiert und „Task beenden“ ausgewählt werden. Betroffene sollten sich nicht von vermeintlichen Problemen ihrer Software verunsichern lassen. Sollte es zu einem Telefongespräch kommen, sollten keine privaten Angaben gemacht werden und keine Fremdsoftware auf dem PC installiert werden. Durch folgende Maßnahmen, können Fake-Pop-Ups vermieden werden:

  • Nutzung einer Anti-Virensoftware oder einer Internet-Sicherheitslösung, die stets auf dem neusten Stand gehalten werden sollte
  • generell sollten alle Programme, Browser und Betriebssysteme immer aktuell sein
  • Apps und Software sollte nur von vertrauenswürdigen Quellen heruntergeladen werden
  • niemals sollten ungeprüfte Links oder ähnliches angeklickt werden

Was, wenn die Rufnummer bereits kontaktiert wurde?

Haben Betroffene im schlimmsten Fall die Rufnummer bereits gewählt und sogar einen Fremdzugriff auf den Computer gewährt, sollte dieser umgehend vom Netz getrennt werden. Alle Passwörter sollten anschließend geändert werden. Eine Absicherung durch einen IT-Experten, der den PC prüft, ist dringend empfehlenswert. Verbraucher, die weiterhin von unbekannten Nummern angerufen werden, sollten diese Anrufe ignorieren und die Nummern sperren lassen. Wurden bereits Zahlungen geleitet, muss die Bank informiert werden. Es ist darüber hinaus dringend nahezulegen, dass eine Anzeige bei der Polizei erstattet wird. Bei der Bundesnetzagentur kann zudem eine Meldung erfolgen.

Wie sind Fake-Pop-Ups zu erkennen?

  • Unprofessionelle Bilder und Grafiken
  • Rechtschreibfehler
  • Vergleich mit echten Benachrichtigungen
  • Überprüfung der angegebenen Telefonnummer, durch Recherche auf der offiziellen Website oder Google
  • Grundsätzlich werden Verbraucher von Sicherheitsdienstleistern nicht über Pop-Ups dazu aufgefordert, diese telefonisch zu kontaktieren
  • im Zweifel sollte ein Pop-Up-Fenster ignoriert werden

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