Mit dem Handy im EU-Ausland – Roamingpreise sinken nochmalig

Handy

In wenigen Tagen beginnen in den meisten Bundesländern die Sommerferien und viele Deutsche werden auch in diesem Jahr ihren Urlaub im Ausland verbringen. Im Gepäck werden fast ebenso viele Handys mitreisen. Dass für die Nutzung des Handytarifs in dem Ausland andere Preise anfallen als innerhalb Deutschlands, sollte dabei jedem Verbraucher klar sein. Im EU-Ausland sind die Kosten des sogenannten Roaming aber inzwischen überschaubar. Das verdanken die Verbraucher einer EU-Regelung, die eine schrittweise Absenkung der Roaming-Entgelte bis zum Jahr 2012 verordnete. (telespiegel-News vom 16.05.2007 und 25.03.2009) Seitdem fallen die Roaming-Preise innerhalb der Europäischen Union stetig. (telespiegel-News vom 30.06.2010) Der sogenannte Euro-Tarif wird morgen erneut günstiger. Er gilt, wenn der Kunde bei seinem Anbieter keine Auslandsoption gebucht hat. Ab dem 01. Juli 2011 fallen damit für eingehende Telefonate im EU-Ausland nur noch maximal 11 Cent netto pro Minute an. Eingehende Sprachnachrichten auf der Mailbox sind kostenlos, doch das Abhören kostet die Gebühren der ausgehenden Telefonate. Ausgehende Telefonate, zum Beispiel von Spanien nach Deutschland oder in ein anderes EU-Mitgliedsland, dürfen netto höchstens 35 Cent pro Minute kosten. Mitte 2012 soll für Telefonate im EU-Ausland die nächste Preissenkung erfolgen, kündigte die EU-Kommission an.

Die Kosten für den Kurznachrichtendienst SMS bleiben zunächst bei 11 Cent netto pro Nachricht. Eine SMS zu empfangen, ist innerhalb der EU kostenlos. Der Preis für die mobile Datenübertragung sinkt am 01. Juli 2011 auf höchstens 50 Cent pro MB. Jedoch gilt der Preis nur als Vorleistungsentgelt zwischen den Anbietern, nicht für den Kunden. Seit dem 1. März 2010 gibt es aber eine monatliche Höchstgrenze von 50,- € netto für Datenroaming-Kosten im EU-Ausland, die ohne Zustimmung des Kunden nicht überschritten werden darf und von dem Kunden auch variabel festgelegt werden kann.

Bei allen Angaben handelt es sich um die Preise ohne Mehrwertsteuer, die deshalb noch hinzugerechnet werden muss. Bei den Mobilfunktarifen deutscher Kunden beträgt die Mehrwertsteuer 19 Prozent. Die von der EU vorgeschriebenen Preise sind übrigens Höchstgrenzen. Die Mobilfunkanbieter könnten also günstigere Preise anbieten. Für Urlauber und Berufsreisende lohnt sich auch ein Blick auf die Auslandsoptionen der Mobilfunkanbieter. Aber nicht immer sind diese Optionen letztendlich günstiger.

Die Anbieter müssen ihre Kunden per SMS über die gültigen Preise informieren, wenn die in ein EU-Land einreisen. In Ländern außerhalb der EU gelten die Preisobergrenzen selbstverständlich nicht. Gut zu wissen: Das Mobiltelefon kann sich schon vor dem Grenzübertritt in das ausländische Netz einbuchen. Die physische Ländergrenze ist nämlich nicht unbedingt gleich der Verfügbarkeit der Mobilfunknetze.

Update vom 29.03.2012

Weitere Senkung der Roaming-Gebühren geplant

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