Datenschutz – Kostenlose Android-Apps schicken Nutzerdaten an Werbenetzwerk

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Mit zunehmender Vernetzung seiner Endgeräte und größerer Anzahl verwendeter Dienste steigt für die Nutzer auch das Risiko, unerwünscht viele Daten von sich preiszugeben. Dass Computersoftware Analysedaten zu dem Hersteller sendet und der Internetverlauf von Webseiten nachvollzogen werden kann, ist bekannt und kann von dem Nutzer unterbunden werden. Bedenklicher sind die Fälle, in denen der Nutzer nicht gefragt wird oder sich nicht darüber bewusst ist, wenn seine Daten ohne sein Wissen ausgelesen und verwendet werden.

Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass die Software CarrierIQ auf vielen Geräten ab Werk installiert ist und die Nutzer ausspionieren kann. (telespiegel-News vom 01.12.2011) Wenige Wochen später erregte die Information Aufsehen, dass die Adressbücher von Apples iPhone ohne das Wissen der Nutzer durch Apps ausgelesen und kopiert werden können. Dass sich Apps auf den Mobiltelefonen mit den Betriebssystemen von Apple und Google Zugriff auf die Fotos der Nutzer verschaffen können zeigt jedoch, dass das Problem nicht herstellerabhängig sein muss. (telespiegel-News vom 07.03.2012)

Eine Studie des britischen Sicherheitsunternehmens Infosecurity ergab, dass zahlreiche der kostenlosen Zusatzprogramme (Apps) aus den Top 50 des Android Market (nun Google Play, siehe telespiegel-News vom 08.03.2012) offensichtlich Informationen aus dem Adressbuch, dem Kalender und über den Aufenthaltsort des Nutzers standardmäßig an das Werbenetzwerk MobClix in den USA sendet. Das berichtet die Zeitung The Guardian. MobClix wickelt die Werbeeinblendungen innerhalb der Apps ab und könnte die Informationen unter anderem dafür nutzen, die Reklame auf der Basis dieser Daten personalisieren. Bei der Installation bekommt das Unternehmen von dem User automatisch die selben Berechtigungen wie die App selbst.

Die EU-Kommission zeigte sich, wie bereits bei anderen Datenschutzproblematiken in der jüngsten Vergangenheit, auch über die Untersuchungsergebnisse besorgt. Das Werbenetzwerk hat bisher nicht auf das Ergebnis der Studie durch Infosecurity reagiert. Google, der Hauptentwickler des Betriebssystems Android, verweist auf die Datenschutzbestimmungen für Entwickler und Programmierer und erklärt, dass eine diesbezügliche Prüfung der Apps in dem Market nicht stattfinde.

Weitere Informationen

telespiegel-News vom 06.02.2012: Türsteher vor dem Android Market – Google sorgt für mehr Sicherheit

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